PsychiATRIUM - Praxis für fachärztliche Psychotherapie, Sozialpsychiatrie und Psychohygiene 

Dr. med. Dr. rer. medic. Martin Peveling, M. A.

Gesundheitswissenschaften & Gesundheitspädagogik

Gesundheitsförderung und Prävention

Nicht die von der Person des Kranken losgelöste Krankheit ("Störung"), sondern der er­kranke Mensch sollte im Mittelpunkt des medizinischen Handelns sowie aller Bemühungen um Gesundung und Gesunderhaltung (Prävention) stehen, und zwar unbedingt auch über das psychiatrisch-psychotherapeutische Fach­gebiet hinaus (per­sonenzentrierter Zugang). Die Beson­derheit liegt im Leib-Seele-Zugang, der Verbindung von Naturwissenschaft und Hu­man­­­wissenschaft, dem sogenannten biopsychosozialen Modell (s. die nächsten bd. Abb.). Es wird deutlich, dass der Ein­­­satz sowohl von neurobiologisch-naturwissenschaftlichen als auch von psy­­­chologisch-sozialwissenschaftlichen Konzepten zur Anwendung gelangt:




Nachfolgend sind einige weitere meiner fachlichen Interessen- und Betätigungsfelder dargestellt:

Gesundheitswissenschaften

Eine weit akzeptierte Definition von Gesundheitswissenschaften lautet: „Die Gesundheitswis­senschaften befassen sich mit den körperlichen, psychischen und gesellschaftlichen Bedin­gungen von Gesundheit und Krankheit, der systematischen Erfassung der Verbreitung von gesundheitlichen Störungen in der Bevölkerung und den Konsequenzen für Organisation und Struktur des medizinischen und psychosozialen Versorgungssystems.“ (Hurrelmann/Razum [Hg.] Handbuch Gesund­heitswissenschaften, 2012)

Die zentralen fachlichen Einzeldisziplinen der Gesundheitswissenschaften können folgendermaßen dargestellt werden (vgl. Hurrelmann; Razum, 2012, S. 32):



Gesundheitsökonomie

Gesundheitsökonomie (engl.: medical economics, health economics, frz.: économie de la santé, économie médicale) ist eine fachübergreifende Wissenschaft, die sich mit der Produktion, der Verteilung und dem Konsum von knappen Gesundheitsgütern in der Gesundheitsversorgung beschäftigt und somit Elemente der Gesundheitswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre vereinigt. Grundsätzlich werden das Angebot und die Nachfrage von Gesundheitsleistungen sowie von Krankenversicherungsleistungen analysiert, wobei die Berücksichtigung bestehender Informationsasymmetrien von besonderer Bedeutung ist. Zudem sind unterschiedliche Gesundheitssysteme zu beleuchten. Der Spannungsbogen zwischen medizinischer Wirksamkeit („Gesundheits...“) und Wirtschaftlichkeit („...ökonomie“) wird erweitert durch die Qualität von Gesundheitsversorgung und die gerechte Verwendung von Gesundheitsgütern. Die optimale Verwendung begrenzter Gesundheitsbudgets steht im Vordergrund. Neben den betriebswirtschaftlichen und finanziellen Zielen ergeben sich ebenso ethische Fragen nach Gerechtigkeit und Gleichheit im modernen Gesundheitswesen. Gesundheitsökonomen stehen der Aufgabe gegenüber, das ökonomische und ethische Gleichgewicht in ihren Analysen zu vereinigen.

Gesundheitspädagogik (Quelle: www.gesundheitsfoerdernde-hochschulen.de)

Der Begriff Gesundheitspädagogik kann als eine Art "Dachbegriff" verstanden werden, "(...) unter dem sämtliche bisherigen, auf die Beeinflussung gesundheitsrelevanten Verhaltens, die Vermittlung gesundheitsrelevanter Inhalte, die Förderung gesundheitsrelevanter Verhältnisse - sofern sie unmittelbar das in erster Linie zu focussierende [sic!] Verhalten bedingen - bezogenen Theorien, Modelle, Konzeptionen, Maßnahmen und Methoden zusammengefasst werden können, unter der zentralen Voraussetzung, dass sie wissenschaftlich begründet sind (...). Der Terminus ‚Gesundheitspädagogik’ bezieht sich explizit nicht nur auf die in der Praxis stattfindenden Maßnahmen, die als ‚angewandte Gesundheitspädagogik’ oder im Sinne der oben geklärten Begriffe auch weiter als Gesundheitserziehung oder -bildung etc. bezeichnet werden können, wobei diese dann das Handlungs- oder Praxisfeld einer erziehungswissenschaftlichten (Teil-)disziplin Gesundheitspädagogik darstellen, sondern auch auf die erziehungswissenschaftliche Reflexion dieses Gegenstandsbereiches (...)“. (Wulfhorst 2002, S. 33).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Gesundheitsberatung, Gesundheitsaufklärung, Gesundheitserziehung und Gesundheitsbildung Handlungsfelder der Gesundheitspädagogik und Methoden der Prävention und Gesundheitsförderung sind (vgl. nächste Abb.), die alle darauf abzielen, Krankheiten zu verhüten und/oder die Gesundheit zu fördern (Handlungsbereich 4 der Ottawa Charta: "Entwicklung persönlicher Kompetenzen").



Gesundheitsaufklärung und Gesundheitserziehung sind eher verhaltensorientierte risikofaktorenbezogene Methoden der Krankheitsvermeidung. Gesundheitsberatung und Gesundheitsbildung sind salutogenetisch ausgerichtete Methoden, die verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen zur Kompetenzstärkung und Gesundheitsförderung beinhalten. Alle vorgestellten gesundheitspädagogischen Maßnahmen sind je nach Zielstellung mehr oder weniger geeignet. Für eine erfolgreiche Prävention und Gesundheitsförderung gilt es, die entsprechenden Methoden der Gesundheitspädagogik auszuwählen und ggf. in Kombination mit anderen Methoden der Prävention und Gesundheitsförderung anzuwenden. 

Als eine Quelle gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse hat sich die Gesundheitspädagogik analog zu anderen Wissenschaftsdisziplinen etabliert und somit auch eine Zuordnung in den modernen Gesundheitswissenschaften gefunden, die sich als interdisziplinäres Wissenschaftsfeld darstellen.