PsychiATRIUM Martin Peveling

 - Praxis für Seelische Gesundheit und Psychohygiene - 

Wissenschaft und Lehre


Wissenschaftliches Kooperationsnetzwerk (transnational) / Plattform für digitale Hochschulbildung 

Nach der Reduktion der wöchentlichen Praxisarbeitszeit wissenschaftliche Anbindung an das Institut für Integrative Medizin (IFIM) sowie an die Seniorprofessur für Medizinische Anthropologie der Universität Witten/Herdecke, ferner an die University of Traditional Medicine UTMA (seit 2015 als "Lecturer", seit 2017 als "Professor"). Im Rahmen der dortigen Kooperationsnetzwerke Mitentwicklung und konzeptionelle Gestaltung eines Online-Studienmoduls für das Fernstudium (bis 2020). Mitglied ("Fellow") des internationalen Academic Consortium for Integrative Medicine & Health. Mitwirkung beim Aufbau einer Plattform für digitale Hochschulbildung (Online-Learning). 

Gegenwärtig entsteht federführend über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein Portal, das akademische Lehre transnational verknüpft und Schnittstellen für digitale Campusse aufsetzt: "Transnationale Bildung - Ankerpunkte im Ausland", (s. u.).

Weiterführende Informationen:

Ländersachstand Armenien (DAAD)

Bildungsystemanalyse (DAAD)


"Transnationale Bildung - Ankerpunkte im Ausland"          

Quelle: DAAD

 

Juli 2020: Neue „Europäische Hochschulen“

Die Europäische Kommission hat 24 weitere Hochschulkonsortien als "Europäische Hochschulen" ausgezeichnet (Forschung & Lehre). Unter den 165 beteiligten Hochschulen sind auch 20 deutsche (siehe Pressemitteilung des BMBF). Die Uni-Netzwerke werden in den kommenden drei Jahren jeweils mit bis zu fünf Millionen Euro aus dem "Erasmus+"-Programm und bis zu zwei Millionen Euro aus dem "Horizon"-Programm gefördert, teilte die EU-Kommission mit. Beworben hatten sich 62 Konsortien. Im vergangenen Jahr waren die ersten 17 europäischen Hochschulallianzen bekannt gegeben worden. Damals waren die deutschen Hochschulen mit 15 Institutionen erfolgreich in der Initiative. An den nun 41 "Europäischen Hochschulen" sind laut Mitteilung der Kommission 280 Institutionen aus allen Mitgliedsstaaten beteiligt, sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen sowie technische und Kunsthochschulen. Die Hochschulkonsortien sollen laut EU "digitale und physische Ressourcen in Lehre, Wissen, Daten und Infrastruktur" teilen. Neben gemeinsamen Studiengängen sollen auch die Mobilität von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden gefördert sowie Strukturen für gemeinsame Forschung aufgebaut werden. Insgesamt sollen die Allianzen die Qualität, Inklusion, Digitalisierung und Attraktivität der Hochschulbildung in Europa stärken. Die Idee der "Europäischen Hochschulen" entstand 2017 und ist eine der Leitinitiativen der EU zum Aufbau eines Europäischen Bildungsraums bis 2025. 



Prof. Dr. Peter-André Alt: Präsenz um jeden Preis?

Die Debatte über die Frage, wie stark sich die deutschen Hochschulen in den nächsten Monaten wieder für Studierende und Forschende öffnen sollten, wird inzwischen mit einiger Schärfe geführt. Wer, wie Hochschulleitungen und die Hochschul­rekto­renkon­fe­renz, für Risikobewusstsein und einen zurückhaltenden Öffnungskurs plädiert, gerät un­ter Beschuss. Auf dem Spiel stünde, so lassen Kritiker verlauten, die Präsenzkultur unserer aka­de­mischen Lehre. Sogar das Grundgesetz wird bemüht: Wo die HRK den Vorrang des Gesundheitsschutzes geltend mache, verkenne sie, dass ihre Mission vor allem die Sicherung des Rechts auf Wissenschaftsfreiheit sei.

Wer so argumentiert, müsste zunächst einmal nachweisen, dass durch den virtuellen Lehrbetrieb genau dieses Grundrecht verletzt wird. Wenn sich die Hochschulen bei ihren Planungen für das Wintersemester für eine Kombination aus virtueller Lehre und Präsenzveranstaltungen entscheiden, so tun sie das aus Verantwortungsbewusstsein. Universitäten mit oftmals mehr als 30.000 Studierenden lassen sich nicht mit Schulen vergleichen. Ihr Lehrbetrieb schafft eine hohe Konzentration von Menschen auf engem Raum. Die Risiken, die entstehen, wenn man hier zum Normalmodus zurückkehrt, liegen auf der Hand. Es ist angesichts dessen vernünftig, den Gesundheitsschutz ernstzunehmen und die Lehre zu großen Teilen virtuell anzubieten. Zumal das den Zugang zur freien Bildung und Wissenschaft keineswegs blockiert, sondern nur mit an­deren Mitteln ermöglicht.

Diejenigen, die jetzt aufgeregt die vollständige Rückkehr zur Präsenzlehre fordern, sollten sich in die Rolle der Präsidien versetzen, zu deren wichtigsten Amtspflichten es gehört, einen "geregelten Hochschulbetrieb" aufrechtzuerhalten. Man stelle sich vor, eine Uni­versität werde zum Hotspot für Neuerkrankungen. Dann wäre sie laut, die Klage über verantwortungslose Leitungen und betriebsame Wissenschafts­institutionen ohne Sinn für das richtige Maß. In dieser Situation wollen sich Deutschlands Hoch­schulen und die HRK nicht wiederfinden. Daher kann man den Weg, der jetzt vom Se­nat der HRK vorgeschlagen wurde, theoretisch diskutieren. Praktisch aber bleibt er ohne überzeugende Alternative.

Prof. Dr. Peter-André Alt ist Präsident der Hochschulrektorenkonferenz